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USA schubsen Europäer vom Ryder Cup Thron in Hazeltine

USA schubsen Europäer vom Ryder Cup Thron in Hazeltine

Nach zuletzt drei Siegen in Folge beim Ryder Cup bezogen die Europäer bei der 41. Austragung des Kontinentalvergleichs eine herbe Schlappe mit 17:11 gegen ein furioses US Team von Captain Davis Love III in Chaska, Minnesota. Es wurde ja auch mal Zeit, denn seit 2010 in Celtic Manor dominierten die Europäer diesen kolossalen Wettbewerb. Deshalb hatten die USA alle Kräfte (selbst Tiger Woods als Vice-Captain) mobilisiert, um beim Heimspiel im Hazeltine National GC nicht zum vierten Mal hintereinander als Verlierer vom Platz zu gehen. Misson accomplished! Der Sonntag mit den Singles brachte keine Wende mehr für die sich in den Team-Matches andeutende Niederlage der Europäer. Zu viele Ausfälle waren auf der Seite des Titelverteidigers in 2016 zu verzeichnen.

Das US Team reißt die Arme in die Luft als der Sieg beim 41. Ryder Cup feststand - Foto: pgatour.com/Getty Images

Das US Team reißt die Arme in die Luft, als der Sieg beim 41. Ryder Cup feststand – Foto: pgatour.com/Getty Images

Kaymer, eine enttäuschte Enttäuschung
Dazu gehörte leider auch ein Martin Kaymer, der zwar sein Match gegen Matt Kuchar am Sonntag nochmal drehen konnte (“1 auf”-Sieg), nachdem er nach sieben Löchern bereits “3 down” lag. Aber, im ersten Foursome mit Sergio Garcia sowie in den Fourballs mit Danny Willett und nochmal Sergio Garcia gab es zum Teil deutliche Klatschen. Als Kaymer dann in der vorletzten Partie des Tages seinen Punkt holte, war der Cup selber schon vergeben. Den entscheidenden Punkt holten die Amerikaner bereits im Match zwischen Ryan Moore und Lee Westwood. Kaymers Statement nach der Niederlage: “Um ehrlich zu sein: Nach sieben, acht Löchern dachte ich, dass es vielleicht auf die letzten zwei oder drei Matches wie in Medinah ankommen könnte. Denn es sah ganz gut für uns aus. Aber dann, wenn du verlierst, ist es sehr schwer, das Spiel zusammenzuhalten. Man versucht dann noch seinen Punkt zu machen. Aber am Ende ist es eine Enttäuschung, dass wir nicht gewonnen haben.” Das klingt eher euphemistisch. Kaymer muss sich Fragen gefallen lassen, denn er war nicht qualifiziert, kam nur mit einer WildCard von Darren Clarke ins Team.

Erste Niederlage im Ryder Cup für den erfolgsverwöhnten Martin Kaymer - Foto: pgatour.com/Getty Images

Erste Niederlage im Ryder Cup für den erfolgsverwöhnten Martin Kaymer – Foto: pgatour.com/Getty Images

Rory und Pieters
Genau wie der neue Star der Europäer: Thomas Pieters! Was der Junge als Rookie da ablieferte, im Einzel gegen den starken J.B.Holmes (Sieg mit “3 auf 2”) und vor allem auch an der Seite von Rory McIlroy, war herausragend. Die US Kommentatoren sehen in dem Belgier nicht zu unrecht einen “Major-Champion in the making”. Die einzigen, die man von den etablierten Kräften hervorheben muss, sind McIlroy und mit Abstrichen OPEN Champ Henrik Stenson. Der Nordire nahm die Führunsgrolle, die ihm zugedacht wurde, voll an und übererfüllte diese. Seine Matches waren bis auf das mit Andy Sullivan am ersten Tag voller Emotionen und Einsatz; “Rors” kämpfte für das Team, als ginge es um sein Leben. Bravo, Rory! Aus vollem Leib schrie der sonst eher still und schmächtig wirkende Athlet aus Holywood seine Stimmungen heraus, peitschte damit sich, seine Mitstreiter und die europäischen Fans auf, das es eine helle Freude war. Leider verlor selbst er sein Einzel, in einem fast schon episch anmutenden Match gegen den neuen Topstar der Amerikaner: Patrick Reed.

A star is born! Thomas Pieters rechtfertigte seine Wild Card im Hazeltine National GC aber zu 100 Prozent! - Foto: pgatour.com/Getty Images

A star is born! Thomas Pieters rechtfertigte seine Wild Card im Hazeltine National GC aber zu 100 Prozent! – Foto: pgatour.com/Getty Images

Reed und Spieth führen US Team zum Sieg
Reed und Jordan Spieth waren die treibenden Kräfte auf Seiten der US-Boys. Der Wachwechsel hat stattgefunden – eindeutig. Es sind nicht mehr die Herren Woods, Furyk, Mickelson und so weiter (obwohl der Lefty gut war) die den Ton angeben auf Seiten der USA. Reed und Spieth haben das Zepter übernommen. Es kann nur noch eine Frage der Zeit sein, wann Reed auch sein erstes Major gewinnt. Am Ende des Tages besorgte er ein für die Moral des Teams entscheidenden vollen Punkt im Top-Match gegen McIlroy mit “1 auf”.

Auch wenn Rory McIlroy sein Einzel gegen einen überragenden Patrick Reed verlor, war er die Leitfigur der Europäer in Minnesota - Foto: pgatour.com/Getty Images

Auch wenn Rory McIlroy sein Einzel gegen einen überragenden Patrick Reed verlor, war er die Leitfigur der Europäer in Minnesota – Foto: pgatour.com/Getty Images

Garcia vs. Mickelson
Ein weiteres Match mit historischer Güte war das zwischen den beiden “Altstars” Sergio Garcia und Phil Mickelson. Auf Biegen und Brechen wurde in dieser Partie von Beginn an gefightet. Niemand wollte den anderen auch nur ein Stückchen Boden gönnen. Nie konnte einer auch nur auf “2 auf” kommen. Schließlich gab es ein “Halve” der allerbesten Sorte, als der Spanier auf der 16 ausglich. Das war Ryder Cup 2016 “at it’s best”!

Ein Match für die Geschichtsbücher des Ryder Cups leufereten sich Sergio Gracia und Phil Mickelson am Sonntag in Chaska - Foto: pgatour.com/Getty Images

Ein Match für die Geschichtsbücher des Ryder Cups lieferten sich Sergio Garcia und Phil Mickelson am Sonntag in Chaska – Foto: pgatour.com/Getty Images