Ex-Porsche European Open Sieger Smith vorne, Siem und Knappe in Top10

03. Juni 2022 / Hamburg. Die Profis schwitzen – nicht nur aufgrund sommerlicher Bedingungen: Die zweite Runde der Porsche European Open 2022 bot allen Beteiligten Sonne satt, den Spielern zudem ein kniffliges Setup auf dem Porsche Nord Course. Das Resultat war beeindruckendes Spitzengolf bei bestem Wetter und ein Leaderboard, das sich vor den Finalrunden am Wochenende dicht gedrängt und somit hochspannend präsentiert.

Die Spitzenposition zur Halbzeit sicherte sich Jordan Smith mit einer starken 68 (-4). Der Engländer, bei der Premiere der Porsche European Open auf dem Porsche Nord Course im Jahr 2017 bereits erfolgreich, geht mit zwei Schlägen Vorsprung auf Victor Perez aus Frankreich in Runde drei. Perez liegt nach seinem Sieg bei der Dutch Open in der Vorwoche erneut aussichtsreich und versucht, „die Welle so lange zu reiten, wie es geht“.

Smith, die Nummer 13 des DP World Tour Rankings, konnte sich neben der Spitzenposition auch über die Schlüssel für das Leader’s Car freuen.  „Ich habe viele gute Erinnerungen an meinen Sieg 2017. Ich freue mich darauf, weiter gut zu spielen und zu schauen, was das Wochenende bringt“, so Smith. „Ich bin noch nie einen Porsche gefahren – ich kann es kaum erwarten, jetzt gleich Gas zu geben.“ Rang drei teilen sich der Schwede Joakim Lagergren, Julien Brun aus Frankreich und Niklas Nørgaard Møller (Dänemark) bei drei unter Par.

Zwei Deutsche in den Top Ten
Ein deutsches Duo nutzte den Tag, um sich mit starken Runden in die Spitzengruppe zu spielen. Marcel Siem (72) und Alexander Knappe (70) liegen bei insgesamt eins unter Par auf dem geteilten achten Rang neben Titelverteidiger Marcus Armitage aus England. „Die schlechten Schläge, die ich gemacht habe – ich glaube, es waren nur drei – wurden direkt bestraft mit Bogeys. Ich hätte natürlich gerne unter Par gespielt. Aber ich glaube, das sieht ganz gut aus fürs Wochenende“, sagte Siem. Sechs weitere Deutsche schafften den Sprung ins Wochenende: Matti Schmid, Yannik Paul (beide T26, +1), Marcel Schneider, Nicolai von Dellingshausen, Freddy Schott (alle T33, +2) und Hurly Long (T58, +4).

Top-Stars Stenson und Fleetwood im Wochenende
Eine spannende Runde lieferte Henrik Stenson den Fans auf der Anlage. Nach einer 77 am Donnerstag kämpfte sich der Ryder-Cup-Kapitän in Runde zwei mit fünf Birdies auf den ersten elf Löchern eindrucksvoll nach vorne – bevor zwei Doppel-Bogeys an den Par 3 der 14 und der 17 nach Wasserschlägen die Qualifikation für das Wochenende in Gefahr brachten. Ein spektakuläres Eagle auf der 18 sorgte dann für Jubel auf der Anlage und den Sprung in die Finalrunden. Dort wird er auch auf Tommy Fleetwood treffen. Der englische Top-Golfer spielte sich mit einer konstanten Par-Runde wie Stenson auf ein Gesamtergebnis von drei über Par (T46).

Wir werden sehen, was das Wochenende bringt. Ich denke, das Gute an diesem Golfplatz ist, dass niemand in der Lage zu sein scheint, sich abzusetzen und zu entkommen“, sagte der fünffache DP World Tour Sieger Fleetwood. „Ich kann mit einem positiven Gefühl in den morgigen Tag gehen – und mich auf dem Leaderboard nach oben arbeiten.“ Auch Stenson zeigte sich kämpferisch: „Alles ist gebündelt, so dass offensichtlich jeder, der am Wochenende ein paar gute Runden spielt, aufsteigen kann. Mein Golfspiel hat sich in den vergangenen Monaten in die richtige Richtung entwickelt. Ich werde mit meinem Trainer sprechen und sehen, was der Plan für die nächsten Tage ist. Ich habe noch zwei Runden vor mir, um das Wasser zu vermeiden und Birdies zu machen.“

Stimmen des Tages:
Jordan Smith (70-68, -6): „Ich habe meine Chancen genutzt, wenn ich sie hatte und ich bin natürlich sehr glücklich, wie es gerade läuft. Alles unter Par auf diesem Golfkurs ist anständig. Ich habe gestern zu Freunden gesagt, dass der Kurs sich wahrscheinlich noch nie so lang gespielt hat. Man muss schauen, Doppel-Bogeys zu vermeiden. Heute flog der Ball deutlich weiter. Ich habe viele gute Erinnerungen an meinen Sieg 2017. Ich freue mich darauf, weiter gut zu spielen und zu schauen, was das Wochenende bringt. Ich bin noch nie einen Porsche gefahren – ich kann es kaum erwarten, jetzt gleich Gas zu geben.“

Victor Perez (69-71, -4): „Ich bin sehr zufrieden mit der Runde. Es ist ein sehr harter Golfkurs und die Fahnen waren schwieriger gesteckt als gestern. Es war nicht leicht, den Ball nah an die Fahne zu bekommen und gute Ergebnisse zu erzielen. Ich will die Welle so lange reiten, so lange es geht nach meinem Sieg in der Vorwoche. Das Spiel fühlt sich in diesen Zeiten sehr gut an und man denkt auch nicht zu viel, was mir auch guttut. Es ist definitiv schön, aber es gibt noch sehr viel Golf zu spielen. Die Tour wird den Kurs sicherlich schwierig gestalten bei dem guten Wetter.“

Joakim Lagergren (67-74, -3): „Auf den hinteren Neun lief es wirklich gut und ich lag zeitweise bei -8. Dann kämpfte ich ein bisschen mit dem Putten. Ich habe auf den letzten sechs Löchern Drei-Putts gemacht. Das fühlt sich im Moment nicht sehr gut an. Aber ich meine, es ist ein schwieriger Platz, deswegen ist +2 nicht das Ende der Welt. […] Die Fahrt mit dem Leader’s Car war sehr gut. Ich liebe dieses Auto und hoffe, dass ich es diese Woche noch einmal.“

Marcel Siem (71-72, -1): „Es fühlt sich an, als wenn man hier die US Open spielt, es ist echt anstrengend. Man muss sehr aufpassen, dass man keine Fehler macht. Das wird jedes Mal bitter bestraft. Die schlechten Schläge, die ich gemacht habe – ich glaube, es waren nur drei – wurden direkt bestraft mit Bogeys. Ich hätte natürlich gerne unter Par gespielt. Aber ich glaube, das sieht ganz gut aus fürs Wochenende. Die Fahnenpositionen waren wesentlich schwieriger als gestern. Und dann hat der Wind öfters gedreht. Dann steht man am Tee und ist unsicher. Aber es macht mega Spaß hier. Ich habe mir vorgenommen, viermal unter Par zu spielen. Und wenn ich das schaffe, dann schauern wir mal, was bei rauskommt. Ich werde konzentriert weiterarbeiten. Mein Schwung fühlt sich super an, mein Handgelenk fühlt sich super an und meine Familie reist heute Abend an – da freue ich mich auch sehr drauf und hoffe, dass wir noch eine kleine Party abreißen können…also auf dem Golfplatz.“

Alexander Knappe (73-70, -1): „Ich bin zufrieden und froh, dass ich diese Woche spielen kann, weil ich über fünf Wochen Zahnschmerzen hatte. Letzte Woche Mittwoch wurde dann erst festgestellt, dass ich einen Riss im Zahn habe. Er war kerngesund, aber dann sind Bakterien drangekommen. Ich wusste gar nicht, ob ich diese Woche spiele, deswegen habe ich das eigentlich wie eine Trainingswoche gesehen. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich ins Wochenende komme.“

Matti Schmid (70-75, +1): „Ich bin natürlich nicht ganz so zufrieden vom Scoring her, habe meine Up an Downs nicht gemacht und eben nicht so gut geputtet wie gestern. Ja, war halt nicht ganz so gut. Aber wir haben noch zwei Tage. Hier ist es wirklich sehr nett, tolle Stimmung. Und ich freue mich natürlich, wenn auch bei mir ein paar Leute dabei sind.“

Yannik Paul (74-71, +1): „Ich habe gut gespielt. Gestern war auch solide, doch es war viel schwieriger zu spielen am Morgen. Nun versuche ich weiter, geduldig zu bleiben. Aber mein Game fühlt sich extrem gut an. Und wenn die Putts fallen, dann bin ich weit vorne dabei. Naja, ich hatte sogar ein paar gute Birdie-Chancen, habe aber auch gut gescrambelt. Am Ende lag es aber an einem guten Course-Management. Denn wenn ich die Grüns verpasst habe, dann auf der richtigen Seite. Und ich fühle mich mit dem Rough hier auch sehr wohl. Es ist halt so, dass sich mein Spiel gut anfühlt, besonders mein Eisenspiel, das sehr, sehr gut ist. Und das braucht man eben auch hier auf so einem langen Platz.“

Tommy Fleetwood (75-72, +3): „Wir werden sehen, was das Wochenende bringt. Ich denke, das Gute an diesem Golfplatz ist, dass niemand in der Lage zu sein scheint, sich abzusetzen und zu entkommen. Man weiß nie, was am Wochenende alles passieren kann. Ich hatte das Gefühl, dass ich nach meiner Runde heute gut trainiert habe, und ich kann mit einem positiven Gefühl in den morgigen Tag gehen – und mich auf dem Leaderboard nach oben arbeiten.“

Henrik Stenson (77-70, +3): „Ich habe auf den ersten 13 Löchern ziemlich konstant gespielt. Ich habe einige gute Annäherungsschläge gemacht und einige Birdies und bin dann an der 14 auf dem Rand des Grüns gelandet – und der Ball ist zurück ins Wasser gesprungen. Double-Bogey, genau wie gestern. Ich habe zwei halbwegs anständige Schläge gemacht und bin an beiden Tagen mit einem Double-Bogey davongekommen. Und dann habe ich einen kurzen Putt zum Par am nächsten Loch verpasst. Diese Löcher waren sehr frustrierend. Gestern war es kälter und härter. Heute war es leichter. Es hat sich aufgeheizt und die Spielbedingungen waren gut. Alles ist gebündelt, so dass offensichtlich jeder, der am Wochenende ein paar gute Runden spielt, aufsteigen kann. Mein Golfspiel hat sich in den vergangenen Monaten in die richtige Richtung entwickelt. Ich werde mit meinem Trainer sprechen und sehen, was der Plan für die nächsten Tage ist. Ich habe noch zwei Runden vor mir, um das Wasser zu vermeiden und Birdies zu machen.

Anton Albers (80-75, +11): „Es war schon unbeschreiblich hier und ich habe vorher noch nie so eine Nervosität verspürt am ersten Tee. Es hat wirklich einen riesigen Spaß gemacht. Ich hatte mir auch wirklich wenig Ziele gesetzt, was den Score angeht. Und natürlich hätte es auch anders laufen können. Aber für mich war in erster Linie wichtig, die Erfahrung zu machen. Und ich habe jeden Moment genossen und extrem viel gelernt. “

Quelle: PM Starke & Pfeiffer GmbH
Fotos: PEO/europeantour.com/Getty Images