Armitage gewinnt Porsche European Open Sprint in Hamburg

Der Engländer Marcus Armitage hat den 54-Löcher-Sprint bei der Porsche European Open in Winsen (bei Hamburg) gewonnen. Der 33-Jährige scorte in der Montags-Finalrunde eine brilliante 65 (-7), die beste der gesamten Woche (zusammen mit E. Molinari in Rd. 2) auf dem „monströsen“ Porsche Nord Course der Green Eagle Golf Courses. Es war zudem sein erster Sieg auf der European Tour – entsprechend groß war die Freude, quasi von hinten kommend (T11) mit einer Superrunde noch den Sprung nach ganz vorne zu schaffen. Armitage ist damit bereits der vierte Engländer in Folge, der das traditionsreiche Event für sich entscheiden konnte. Sein Preisgeld für die drei Runden betrug knappe 180.000 Euro, aber entscheidend für ihn ist ganz sicher der erste Sieg auf der Tour. Hier seiner Winner-Statement:

„Ich kann es noch nicht ganz glauben. Das ist ein neues Gefühl, denke ich. In der Einspielrunde habe ich so viele Bälle verloren wie noch nie zuvor. Jetzt hier als Sieger der Porsche European Open zu stehen, ist ziemlich cool. Ich bin ein emotionaler Typ und habe Probleme mich unter Kontrolle zu halten. Ich habe nur versucht zu atmen und ruhig zu bleiben. Mein Handy habe ich gar nicht angefasst, weil das würde durchdrehen. Aber dann denkt man an alle, die zuhause sitzen, so wie meine Verlobte. Vor 20 Jahren habe ich meine Mutter verloren und seitdem habe ich genau hiervon geträumt – endlich ein Turnier zu gewinnen. Und es gab Tage, da denkt man, man schafft es nicht mehr. Aber ich bin drangeblieben. Heute ist ein großartiger Tag und ich bin mir sicher, dass sie stolz auf mich wäre, genauso wie alle in meinem Team es sind – dies ist für mich.“

Zu Beginn der Runde sah allerdings alles nach Matthew Southgate aus. Der hochaufgeschossene Engländer war schnell gut unterwegs und setzte sich an die Spitze, doch dann ging ihm die Luft, als sein Landsmann Armitage den Turbo zündete – schlechtes Timing. Auch zum Ende hatte er nochmal die Chance auf Bahn 18 mit Armitage gleichzuziehen, aber sein Drive landete gleich im Wasser. Mit -6 total teilt Southgate am Ende Platz 2 mit Thomas Detry (Bel), Edoardo Molinari (Ita) und Darius van Driel (Ned). Titelverteidiger Paul Casey (Eng) beendete seine Mission mit einer abschließenden 68 (-4) auf dem alleinigen 6. Rang bei -4 total.

Marcel Schneider machte aus deutscher Sicht am meisten Freude in dieser Heimevent-Woche. Er schloß mit einer guten 69 (-3) das Event an der Elbe ab und zwar auf einem Top10-Rang (T7). Ganz stark! Dann folgt Sebastian Heisele mit einer Parrunde (72) und +1 insgesamt auf T29. Max Kieffer notierte ebenfalls nochmal die Parrunde und mit +3 wurde er schließlich 45. zusammen mit anderen. Der Nürnberger Bernd Ritthammer hatte nach seiner sehr guten 71 am ersten Tag zwei 76er Runden im Anschluß aufzuschreiben, was zu Platz 60 (+7 total) reichte.

Fotos: europeantour.com/Getty Images/PEO/U.COM Event