Billy Horschel triumphiert in Wentworth – Europas Ryder-Cup-Team komplett

London/München. Bei der Rückkehr der Zuschauer nach einem Jahr Corona-bedingter Pause erlebten die Fans in Wentworth eine hochklassige und an sportlicher Dramatik kaum zu überbietende BMW PGA Championship. Den Sieg beim dritten Rolex-Series-Event des Jahres und seinen zweiten großen BMW Titel nach der BMW Championship in Denver (USA) sicherte sich Billy Horschel mit einer exzellenten 65er-Finalrunde (7 unter Par) und einem Birdie am 18. Loch. Die Entscheidung, wer sich die letzten drei Qualifikationsplätze für das Ryder Cup Team Europe erspielt, hielt die Golffans nicht weniger in Atem und war bis weit in die Schlussrunde völlig offen.

Horschel zeigte in einer begeisternden Finalrunde die besten Nerven jener bis zu 15 Spieler, die sich zeitweise Hoffnungen auf den Sieg machen durften. Sieben Birdies ohne einen einzigen Schlagverlust waren am Ende der Schlüssel zum ersten Sieg eines US-Amerikaners bei einem Event der prestigeträchtigen Rolex Series. Der FedExCup-Champion von 2014 setzte sich erst an der letzten Spielbahn mit einem brillanten Annäherungsschlag und einem Tap-in zum Birdie vom Feld ab.

„Ich fühle mich großartig. Es geht immer darum, Majors zu gewinnen, die Players Championship und noch ein paar andere Events. Als ich hier 2019 zum ersten Mal war, habe ich die BMW PGA Championship dieser Liste hinzugefügt“, sagte Horschel. „In meinen Augen ist dieser Erfolg dem Sieg bei der Players Championship gleichzusetzen. Die Namen auf diesem Pokal sind absolute Golf-Legenden, und erst der zweite amerikanische Sieger zu sein, ist fantastisch. Irgendwie spiele ich bei BMW Turnieren immer gut – ich muss mehr BMW Events in aller Welt finden.“

Hinter Horschel teilten sich Kiradech Aphibarnrat (THA), Jamie Donaldson (WAL) und Laurie Canter (ENG, alle -18) den zweiten Platz vor Christiaan Bezuidenhout (RSA, -17). Auf Rang sechs folgten Justin Rose, Andrew „Beef“ Johnston (beide ENG) und Francesco Laporta (ITA, alle -16). Deutschlands bester Golfer Martin Kaymer (-10) kam auf den geteilten 25. Platz.

Die BMW PGA Championship war das letzte Turnier, bei dem die Europäer noch Punkte für den Ryder Cup sammeln konnten. Vier der neun Qualifikationsplätze waren rechnerisch noch offen. Für die Engländer Matthew Fitzpatrick und Tyrrell Hatton war das Verpassen der Qualifikation allerdings nur noch theoretischer Natur, so dass sich ein spannender Kampf um die verbliebenen drei Plätze zwischen Bernd Wiesberger, Lee Westwood, und Shane Lowry entwickelte. Wiesberger spielte über vier Runden am solidesten und qualifizierte sich als erster Österreicher der Geschichte für den Ryder Cup. Die Entscheidung zwischen Westwood und Lowry dagegen wogte hin und her und geriet am Sonntag zu einem Herzschlagfinale, das der Engländer schließlich für sich entschied.

Lowrys Traum von der ersten Ryder-Cup-Teilnahme erfüllte sich dennoch, denn Kapitän Padraig Harrington nominierte den Iren am Sonntag im Wentworth Club als Captain’s Pick, ebenso wie die Ryder-Cup-Legenden Sergio García und Ian Poulter. Bereits vor der BMW PGA Championship hatten sich Jon Rahm (ESP), Rory McIlroy (NIR), Tommy Fleetwood (ENG), Viktor Hovland (NOR) und Paul Casey (ENG) für das Aufgebot des Titelverteidigers qualifiziert.

In der übernächsten Woche (21. bis 26. September) stehen sich bei der Premiere von BMW als Worldwide Partner des Ryder Cup die Teams der USA und von Europa in Whistling Straits (US-Bundesstaat Wisconsin) gegenüber. Die US-Amerikaner gehen mit Collin Morikawa, Dustin Johnson, Bryson DeChambeau, Brooks Koepka, Justin Thomas, Patrick Cantlay, Tony Finau, Xander Schauffele, Jordan Spieth, Harris English, Daniel Berger und Scottie Scheffler in den ebenso legendären wie emotionalen Mannschaftswettbewerb.

Quelle: PM BMW Golfsport, München
Fotos: Getty Images/BMW Golfsport