Traumrunde, Traumschlag und deutsche Top-Ergebnisse beim Amundi German Masters

30. Juni 2022 – Besser hätte der Auftakt des Amundi German Masters powered by VcG im Golf- und Country Club Seddiner See nicht laufen können. Strahlend blauer Himmel, Spitzengolf mit etlichen tiefen Runden und vor allem deutsche Top-Ergebnisse sorgten an Tag eins für eine ausgelassene Stimmung und glückliche Gesichter.

Beim ersten Gastspiel der Ladies European Tour in Deutschland seit sechs Jahren standen vor Heimpublikum natürlich vor allem die deutschen Spielerinnen im Fokus – und diese begeisterten das Publikum mit reihenweise sensationellen Golfschlägen. Leonie Harm nutzte die guten Bedingungen am Vormittag bestens aus. Nach einer grandiosen ersten Hälfte überstand die 24-Jährige eine kurze wacklige Phase, veredelte dann aber ihre starke Leistung mit zwei späten Birdies auf Bahn 16 und 17 zu einem Tagesergebnis von 66 Schlägen (-6). Harm, geteilte Zweite nach Tag eins, hatte sichtlich Spaß, wie sie nach der Runde bestätigte. „Ich habe schon sehr lange kein Turnier mehr in Deutschland gespielt, deshalb ist es umso schöner, hier mit einem guten Ergebnis zu beginnen.“

Mehrere Deutsche vorne dabei
Eine der besten Spielerinnen aus den Nachmittagsgruppen war Esther Henseleit. Die zweimalige LET-Siegerin zog mit Landsfrau Harm gleich und geht ebenfalls bei sechs unter Par in die zweite Runde. Neben Harm und Henseleit teilen drei weitere Damen den zweiten Rang. Gabriella Cowley (England), Klara Spilkova (Tschechien) und Marianne Skarpnord (Norwegen) spielen nach ihren 66er-Runden allesamt vorne mit.

Glänzen konnten gleich mehrere Spielerinnen aus dem National Team Germany des Deutschen Golf Verbands. Olivia Cowan zeigte sich nach einer erstklassigen 68er-Runde (-4) nach mehreren Wochen Verletzungspause glücklich darüber, dass sich das Spiel weiter stabilisiert. Gleichauf mit ihrer Kollegin aus dem Golf Team Germany kam Isi Gabsa zurück ins Clubhaus. Für die LPGA-Spielerin war von Anfang an klar, dass sie beim Heimspiel auf jeden Fall dabei sein möchte. Die Münchnerin Gabsa fühlte sich in Berlin-Brandenburg pudelwohl und drehte am Ende ihrer Runde mit drei Birdies auf den finalen vier Löchern so richtig auf.

Polly Mack kennt den Südplatz der Anlage so gut wie kaum eine andere Spielerin im Feld. Die 23-jährige Berlinerin, erst kürzlich ins Profilager gewechselt, profitierte während der starken 69 (-3) zum Auftakt von einer tollen Ausbeute mit dem Putter. Ebenfalls unter Par lag nach einer 70 (-2) die zuletzt formstarke Sophie Witt.

Karlsson führt, Albatross als Höhepunkt
Wie wichtig es im Golf ist, geduldig zu bleiben und auf seine Chance zu warten, weiß Jessica Karlsson. Die Schwedin trifft den Ball seit einigen Wochen schon sehr gut, wartet in dieser Saison allerdings noch auf ein Top-Ergebnis. In dieser Woche könnte es so weit sein. Karlsson erlebte einen dieser seltenen Tage, an dem alles zusammenpasst. Neun Birdies, neun Pars, 63 Schläge – so die imposante Tagesbilanz der 29-jährigen, die mit drei Schlägen Vorsprung auf den Rest des Feldes von der Spitzenposition in die zweite Runde geht.

Der Schlag des Tages gelang Elina Nummenpaa. Auf Loch sechs des Südkurses lochte die Finnin aus 235 Metern mit ihrem Holz 3 spektakulär zum Albatross ein – dem ersten ihrer Karriere. „Die Linie war perfekt, aber weil mir die Sonne in die Augen schien, habe ich nichts sehen können. Mein Caddie hatte durch den Entfernungsmesser gesehen, wie der Ball direkt auf die Fahne zuflog und dann verschwand“, so Nummenpaa zu Ihrem Traumschlag.

Stimmen vom ersten Tag
Jessica Karlsson (-9): „Heute hat alles gepasst. Ich habe sehr viele Fairways und insgesamt 17 Grüns getroffen. Die Fahnen waren heute nicht allzu schwierig gesteckt, deshalb konnte man sehr aggressiv zu Werke gehen. Meine gute Form hat sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet, nun konnte ich mein solides langes Spiel mit einigen gelochten Putts veredeln. Ich musste nur warten, bis der Putter heiß läuft – und das ist heute passiert.“

Leonie Harm (-6): „Heute habe ich einen sehr guten Start erwischt und auf den ersten Neun starkes Golf gespielt. Danach hatte ich ein paar Probleme, bin aber stolz, dass ich diese schwierige Phase gut überstanden habe und am Ende sogar noch zwei Birdies lochen konnte. Ich habe schon sehr lange kein Turnier mehr in Deutschland gespielt, deshalb macht es umso mehr Spaß, hier mit einem guten Ergebnis zu beginnen.“

Gabriella Cowley (-6): „Ich freue mich natürlich über meine fehlerfreie Runde mit sechs Birdies. Es war ein optimaler Start. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit Liz (Young) und Flix (Felicity Johnson) unterwegs zu sein. Wir sind gute Freundinnen. Hier wird gutes Golf belohnt und vor allem auf den Par 5s kann man viele Schläge gut machen. Die Grüns sind in einem erstklassigen Zustand, aber nicht immer ganz einfach zu lesen. Diese Woche hilft mir mein Vater an der Tasche aus und ich genieße es, ihn dabei zu haben. Er hat definitiv einen Anteil an meiner Leistung heute.“

Esther Henseleit (-6): „Ich habe echt gut gespielt und viele gute Eisen gehauen. Insgesamt hatte ich viele Chancen, aber leider auch ein paar kürzere Birdie-Putts vorbeigeschoben. Dafür sind ein paar längere gefallen, unter anderem das Eagle auf der 16, was das Highlight meiner Runde war. Es ist wirklich schön, hier in Deutschland zu spielen und ein paar bekannte Gesichter zu sehen. Ich probiere einfach, es so gut es geht zu genießen und eine schöne Zeit zu haben.“

Marianne Skarpnord (-6): „Es war richtig warm heute. Es fühlte sich an, als wären wir irgendwo in Spanien. Ich habe zu Beginn oft zum falschen Schläger gegriffen, weil die Bälle heute sehr weit geflogen sind. Glücklicherweise habe ich die Pars retten können und dann einige Birdie-Putts gelocht, was mir Selbstvertrauen gab. Ich habe insgesamt gut geputtet und gute Eisen geschlagen. Einzig der Driver hat nicht ganz funktioniert. Es war großartig, endlich wieder ein paar Zuschauer auf dem Golfplatz zu sehen. Wir haben uns über die letzten zwei Jahre so sehr daran gewöhnt, dass niemand mehr zuschaut. Umso schöner, dass sie jetzt wieder da sind.“

Klara Spilkova (-6): „Bis auf das letzte Loch war alles wirklich sehr gut. Dann musste ich leider doch noch ein Bogey auf die Karte schreiben. Der Ball lag nach dem Abschlag nicht ganz optimal, ich lag zwischen zwei Schlägern und wollte den Ball nahe an die Fahne schlagen. Aber so ist Golf eben. Ich war früher bei einigen deutschen Turnieren dabei und habe es immer sehr genossen, da es ja auch nahe an meiner Heimat liegt. Es ist sehr schön, dass die Ladies European Tour wieder hier ist.“

Elina Nummenpaa (-5): „Ich habe den Drive rechts rausgehauen über den Fairwaybunker und hatte gehofft, dass der Ball gut liegt, weil ich auf diesem Loch unbedingt ein gutes Ergebnis erzielen wollte. Aber ich habe keinen guten Bounce bekommen und hatte immer noch 235 Meter zur Fahne. Mein Caddie hatte mich gefragt, ob wir angreifen oder vorlegen wollen, und dann haben wir uns für die aggressive Variante entschieden. Die Linie war perfekt, aber weil mir die Sonne in die Augen schien, habe ich nichts sehen können. Mein Caddie hatte durch den Entfernungsmesser gesehen, wie der Ball direkt auf die Fahne zuflog und dann verschwand. Er musste also in einer Senke hinter dem Grün oder im Loch liegen. Als ich dann zum Grün kam, habe ich die Scorerin gefragt, ob sie was gesehen hat – hatte sie aber nicht. Und dann lag der Ball im Loch.“

Olivia Cowan (-4): „Es war sehr stabiles Golf heute. Viele gute Schläge, wenige verpasste Grüns und ab und an sind auch ein paar Putts gefallen. Ich habe zuletzt einige Wochen wegen eines Tennisellenbogens pausiert, aber es wird langsam besser. Das war heute die erste Runde, bei der ich das Gefühl hatte, dass mein Spiel wieder zusammenfindet. Ich liebe die deutschen Golfplätze und fühle mich sehr wohl und natürlich ist es schön, wenn man merkt, dass einen das Publikum anfeuert.“

Linn Grant (-4): „Es fühlt sich wie eine Even-Par-Runde an. Der Platz spielt sich ziemlich leicht. Morgen muss ich einige Birdies nachholen. Eigentlich bin ich gut in die Runde gekommen, mit -4 nach neun Löchern. Auf den Back Nine [sie war auf der Zehn gestartet, Anm. d. Red.] hatte ich dann aber etwas Probleme. Ich habe etwas gebraucht, um zurück in die Runde zu kommen. Da kam das Hole-Out-Eagle aus dem Bunker [Bahn 13, Anm. d. Red.] genau richtig.“

Isi Gabsa (-4): „Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich bin auf Plätzen wie diesem aufgewachsen. Am Anfang habe ich den Ball nicht nahe genug an die Fahnen bekommen und auch nicht viel gelocht, aber in der zweiten Hälfte der Runde hat mein Spiel dann Fahrt aufgenommen. Es ist wahnsinnig cool, wieder in Deutschland zu spielen und auch das Außenrum gefällt mir hier sehr, sehr gut. Als ich erfahren habe, dass dieses Turnier stattfindet, war mir klar, dass ich dabei sein möchte.“

Polly Mack (-3): „Ich bin sehr glücklich mit meinem Start. Ich starte zwar nicht gerne mit einem Birdie, aber auf einem Par 5 kann das mal passieren (lacht). Heute sind sehr viele Putts gefallen, die nicht immer fallen müssen. Der Verlauf der Runde war sehr angenehm. Ich kenne diesen Platz nur windig, deshalb war es heute auch etwas einfacher. Ich denke auch, dass die Ergebnisse sehr tief sein werden. Jetzt werde ich noch ein paar Bälle schlagen, fürs Gefühl ein paar Putts rollen und mich dann ausruhen.“

Chiara Horder (+3): „Ich habe mich natürlich mega gefreut, bei meinem ersten LET-Turnier aufzuteen. Ein bisschen Anspannung war da, aber es war sehr cool. Man musste erstmal reinkommen, weil die Atmosphäre dann doch eine andere ist. Die ersten drei Löcher waren hart, aber dann habe ich mich gut eingefunden. Mein Papa an der Tasche hat mich etwas beruhigen können. Morgen geht auf jeden Fall mehr. Das war nicht die beste Runde. Ich habe einmal eingechippt zum Eagle, was natürlich sehr gut war. Jetzt geht es vielleicht nochmal kurz auf die Range und dann heim.“

Naomi Wafula (+4): „Das ist mein drittes Turnier auf der Ladies European Tour, aber mein erstes außerhalb von Kenia. Ich bin glücklich mit meiner Runde, aber jetzt arbeite noch ein bisschen an meinem kurzen Spiel. Das hat mich heute etwas im Stich gelassen. Es war aber trotzdem schön. Ich habe mit sehr guten Spielerinnen gespielt und viel gelernt. Es ist sehr aufregend. Diese Gelegenheit erhält man nicht oft, deswegen bin ich U.COM, Vipingo Ridge und allen, die daran beteiligt sind, sehr dankbar. Ich lerne sehr viel und liebe Deutschland. Mein Ziel ist es, den Cut zu schaffen. Und wenn ich es schaffe, morgen besser zu putten und zu chippen, dann kann ich unter Par spielen.“

Ausgewählte Startzeiten: Freitag, 01.07.2022
9:47 Uhr (Tee 1) – Meghan MacLaren, Karolin Lampert, Jana Melichova
9:58 Uhr (Tee 1) – Johanna Gustavsson, Klara Spilkova, Sanna Nuutinen
10:09 Uhr (Tee 1) – Esther Henseleit, Marianne Skarpnord, Ana Pelaez Trivino
13:32 Uhr (Tee 1) – Jessica Karlsson, Karoline Lund, Kristyna Napoleaova
13:10 Uhr (Tee 10) – Carolin Kauffmann, Polly Mack, Naomi Wafula
13.21 Uhr (Tee 10) – Leticia Ras-Anderica, Isi Gabsa, Romy Meekers
14:16 Uhr (Tee 10) – Leonie Harm, Maria Hernandez, Chloe Williams
14:49 Uhr (Tee 10) – Olivia Cowan, Maja Stark, Linn Grant

Amundi German Masters powered by VcG live im TV und auf Golf.de
30. Juni bis 3. Juli: Täglich von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr

Quelle: PM Starke & Pfeiffer GmbH
Fotos: Fischbacher, DGV/Stebl, U.COM/Föhlinger, LET/Tristan Jones