US Masters: Schefflers Vorsprung schmilzt, Smith mit Chance

Scottie Scheffler (USA) kann am Championship-Sunday Golfgeschichte schreiben, wie so viele vor ihm im Augusta National GC. Letztes Jahr war es Hideki Matsuyama, der als erster Japaner überhaupt ein Major gewann und dann auch noch das Major der Majors. Die ewige Frage lautet also einmal mehr: Kann der 25-jährige Scheffler einen Drei-Schläge-Vorsprung, den er nach dem Movingday noch hat (-9 total) auf den Australier Cameron Smith (-6 total) halten und den Triumph ins Ziel bringen? Sein Pull gestern auf der 18 mit dem Driver links in die Baumgruppe ließ einen kurz zweifeln. Doch dann kam erneut eine Recovery-Aktion, die ihn absolut auszeichnet und vielleicht vom Rest des Feldes abhebt momentan. Sein Bogey auf dem Schlußloch war absolute Weltklasse und so unfassbar nervenstark, dass man meint, wer soll den denn noch davon abhalten sich das „Green Jacket“ zu holen.

Smith scorte in Runde 3 eine beeindruckende, tagesbeste 68 (-4) bei fies-kaltem Wind. Ganz groß! Die Nerven hat der Aussie mit dem Schnäuzer und dem Haarschopf eines Hafenarbeiters sowieso – das hat er bei seinem grandiosen Sieg in Sawgrass beim THE PLAYERS im März eindrucksvoll gezeigt. Also, wird es ein Two-Horse-Race im Finale? Davon ist zunächst mal auszugehen, denn der drittplatzierte Koreaner Sungjae Im ist bei -4 satte fünf Zähler weg von Scheffler. Dann folgen Shane Lowry (Irl) und ein zunehmend verzweifelter, wenngleich wiedererstarkter Charl Schwartzel (RSA), der sich nach einem sagenhaften Eagle 2 auf Loch 10 noch vier Schlagverluste einhandelte auf den letzten acht Bahnen. Im, Lowry und Schwartzel erscheinen nicht wie die nervlich hochgerüstete Armada, die den Texaner an der Spitze noch abfängt, um ehrlich zu sein. Aber, who knows!?

Tiger Woods brach ein: Wer will es dem Rekonvaleszenten verdenken!? Er mühte sich, kämpfte verbissen, hatte sichtlich Schmerzen, sein Putter allen voran blieb so kalt wie das Wetter auf der Anlage (einige spielten gar mit Pudelmütze und Snoods). Am Ende stand eine bittere 78 (+6) für den fünffachen Masters-Champ und es ging runter auf Platz 41. Dennoch ist Woods hier ein Gewinner, eine zweiter, neben dem neuen Champion, der vermutlich Scheffler heißen wird. Sepp Straka aus Österreich, letzter deutschsprachiger Akteur im Feld (Bernhard Langer war am Cut gescheitert mit +8 total), fiel mit einer 76 (+4) auf den geteilten 36. Platz zurück.

Fotos: europeantour.com/masters.com/Getty Images